Hier wollen wir unser Anliegen und unsere Aktivitäten kurz vorstellen:
Wie kam der Arbeitskreis Asyl Backnang zustande?
Wie leben die Asylbewerber in der Sammelunterkunft?
Was macht der AK Asyl Backnang so alles?
Wie und wo können Sie mitmachen?
Der Arbeitskreis Asyl Backnang („AKAB“) wurde im Herbst 2001 gegründet, nachdem bekannt geworden war, daß in Backnang etwa 200 Asylbewerber aufgenommen werden sollten. Auslöser dafür war die Schließung des Marienheims auf dem ehemaligen Adolff-Areal, in dem etwa 50 Asylbewerber untergebracht waren. Als neues Domizil wurde im Frühjahr 2001 die einstige Lederfabrik Langbein in der Gartenstraße auserkoren, die von der DIBAG im Auftrag des Rems-Murr-Kreises zu einem Wohnheim umgebaut wurde. Die heftigen Proteste von Anwohnern während der Planungsphase haben sich mittlerweile als unbegründet erwiesen. Dies ist der guten Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Backnang, der Backnanger Kreiszeitung und nicht zuletzt dem Engagement der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des AKAB zu verdanken.
Dieses Heim entspricht den gesetzlichen Vorschriften, nach denen Asylbewerber, deren Anerkennungsverfahren noch läuft, nicht in privaten Wohnungen, sondern in Sammelunterkünften unterzubringen sind. Dabei steht einer Person eine Wohn- und Schlaffläche von maximal 4,5 m² zu. Dieser rigorosen Behandlung bei der Unterbringung entspricht auch die gesetzlich vorgeschriebene Versorgung der Flüchtlinge: Sie erhalten Essenspakete und dazu ein Taschengeld von nur 40,90 € pro Monat (für Personen ab 16 Jahren). Außerdem dürfen sie den Landkreis, dem sie zugewiesen sind, nicht ohne Sondergenehmigung verlassen. Mittlerweile leben in der Gartenstraße fast 200 Flüchtlinge aus über 20 Nationen, die von drei hauptamtlichen Fachkräften und von Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des AKAB betreut werden. Von den Heimbewohnern sind fast drei Viertel jünger als 22. Da Asylbewerber laut Gesetz im ersten Jahr nicht arbeiten dürfen, stehen das Angebot für sinnvolle Freizeitbeschäftigungen und die Unterstützung für die Eingewöhnung in Deutschland an erster Stelle.
Wichtigste Aufgabe der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer des AK Asyl ist die persönliche Betreuung von Einzelpersonen und Familien. Sie sehen sich dabei als Anlaufstelle für die vielfältigen individuellen Nöte und Probleme der Flüchtlinge und versuchen, mit ihren begrenzten Möglichkeiten zu helfen.
Neben dieser individuellen Asylarbeit gibt im Arbeitskreis eine Reihe fester Einrichtungen und Veranstaltungen:
Das Erlernen der deutschen Sprache ist für Menschen, die in der Regel ohne jegliche Deutschkenntnisse in ein für sie völlig fremdes Land flüchten müssen, eine der wichtigsten Grundlagen für ihr neues Leben, ja vielleicht sogar fürs Überleben (zumindest seelisch).
Deshalb hat sich der Arbeitskreis Asyl Backnang die Durchführung von Sprachkursen zur vorrangigen Aufgabe gemacht. In Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Backnang wurde ein erster Sprachkurs Ende 2001 durchgeführt, an dem etwa 20 Asylbewerber teilnahmen. Mittlerweile (Stand: Ende 2003) wurden insgesamt 5 Sprachkurse für Anfänger und Fortgeschrittene durchgeführt, an denen ca. 80 Personen teilnahmen. Seit Januar 2004 läuft ein neuer Sprachkurs, an dem auch Bewohner des Heims aus Unterweissach teilnehmen.
Ermöglicht wurden diese Kurse vor allem durch die Weihnachts-Spendenaktion der Backnanger Kreiszeitung 2001, deren Erlös von über 11.000 € die Durchführung der Kurse für mindestens drei Jahre garantiert. Dozenten der zurückliegenden Kurse waren Frau Ellen-Roswitha Benner (OStRin i. R.) und Herr Wolfgang Hinker (OStR i. R.). Das Konzept für die Kurse wurde in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule und unter Verwendung von speziellem Lehrmaterial der Verlage Klett und Cornelsen ausgearbeitet.
Der wöchentlich stattfindende Spielenachmittag wendet sich an Erwachsene und Kinder, die so „spielend“ die deutsche Sprache erlernen sollen. Zusätzlich werden Schreibübungen für Analphabeten angeboten.
Es besteht hierfür ein Angebot, das nach Bedarf angenommen wird.
Jeden ersten Dienstag im Monat treffen sich im Wohnheim Asylbewerber und „Einheimische“ zu Kaffee und Kuchen, um in einer solch lockeren Atmosphäre Kontakte zu knüpfen und auch Probleme anzusprechen.
Neben den laufenden internen Aktivitäten ist der Arbeitskreis auch in der Öffentlichkeit aktiv: Er beteiligte sich mehrmals am Internationalen Kulturmarkt sowohl mit einem Stand, auf dem die von Heimbewohnern zubereiteten kulinarischen Spezialitäten aus aller Herren Länder regen Zuspruch fanden, als auch im Rahmen der Bühnendarbietungen mit einer Präsentation von Friedensgedanken, die von drei Teilnehmern aus unterschiedlichen Kulturen und Religionen vorgetragen wurden. Darüber hinaus veranstaltet der AK Asyl immer wieder Informationsabende zu Themen und Ländern, die zum Komplex Asyl einen unmittelbaren Bezug haben. Und nicht zuletzt versucht der Arbeitskreis auch, mit der Darstellung von Einzelschicksalen in der Presse in einer breiten Öffentlichkeit Verständnis für die Asylproblematik zu gewinnen.
Sobald Asylbewerber anerkannt sind, müssen sie die Sammelunterkunft verlassen und sich eine eigene Wohnung suchen. Der AKAB hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Flüchtlinge bei den vielen dabei auftretenden Problemen begleitend zu unterstützen.
Die folgenden Aktivitäten wurden in der Vergangenheit regelmäßig durchgeführt, mußten jedoch mangels Beteiligung bzw. aufgrund fehlender Betreuer eingestellt werden. Eine Wiederbelebung dieser Aktivitäten wäre wünschenswert:
Einmal in der Woche trafen sich zumeist jugendliche Asylbewerber mit Schülern des Taus-Gymnasiums zu sportlichen Aktivitäten. Geplant war eine Ausweitung, wenn sich Freiwillige aus Sportvereinen gefunden hätten.
Wie Sie aus unseren Aktivitäten ersehen, benötigen wir eine zahlreiche Helferschar, um unseren Mitbürgern das Einleben in eine für sie völlig fremde Umgebung zu erleichtern. Wenn Sie sich angesprochen fühlen und an einer Mitarbeit interessiert sind, wenden Sie sich am besten an eine der auf unserer Kontaktseite angegebenen Adressen. Fremdsprachenkenntnisse werden von Ihnen nicht verlangt.
Natürlich freuen wir uns auch über Spenden. Unsere Bankverbindung erfahren Sie auf unserer Kontaktseite.