Öffentlichkeit - Aktuelles
A R B E I T S K R E I S    A S Y L    B A C K N A N G





Startseite
Wir über uns
Aktuelles und Termine
Aktuelles
Archiv
Arbeitshilfen
Hintergrundinfo
Links
Kontakt/Impressum

März 2018: Informationsabend: Gambia - Heimat vieler Geflüchteter

                        Termin: 1.3.2018, 19.30 Uhr, Seniorenbüro Backnang, Im Biegel 13

Warum verlassen so viele Gambier ihr Land? Allein in Baden-Württemberg leben immerhin über 10 000. Um etwas über die Hintergründe zu erfahren, lud der AK Asyl zu einem Informationsabend ein.
Drei Referenten boten den fast 50 Zuhörern im Seniorenbüro Einblicke in die Gegebenheiten und Probleme dieses kleinsten afrikanischen Staates:
- Julian Staiger beschäftigt sich beim Flüchtlingsrat Baden-Württemberg mit Gambia,
- Conni Gunßer, kennt das Land seit mehr als 20 Jahren und
- Nyima Jadama, eine Journalistin aus Gambia, lebt seit ca. 2 Jahren als Asylbewerberin hier.

0
59% der ca. 2 Millionen Einwohner - Durchschnittsalter 17 Jahre - leben unterhalb der Armutsgrenze, und doch ist Einwanderung, sind offene Grenzen in dieser Region selbstverständlich. Von den bislang wichtigen Einkommensquellen Fischerei und Landwirtschaft können die Menschen immer weniger leben: Die internationalen Fangflotten lassen für die einheimischen Fischer kaum etwas übrig - da helfen auch nicht bessere Netze, mit denen Europa z.B. die Lebensverhältnisse meint verbessern zu können, um den Flüchtlingsstrom einzudämmen. Und gegen die Billigstprodukte, mit denen der Markt überschwemmt wird, kommen die eigenen landwirtschaftlichen Erzeugnisse kaum an. So kommt es, dass die Überweisungen der Exilgambier notwendig sind, um dem lokalen Kleinstgewerbe eine Chance zu geben und das Überleben zu sichern.
Wie sich die Menschenrechte, Presse- und Meinungsfreiheit unter dem neuen Präsidenten - nach 23 Jahren Diktatur - entwickeln, ist noch nicht abzusehen. Die Journalistin Nyima Jadama ist aufgrund ihrer eigenen Erfahrung pessimistisch.
Und dann sind da noch soziale Probleme wie z.B. Homophobie und weibliche Genitalverstümmelung. Die sind zwar nicht gesetzlich, aber kulturell tief verankert.
Ein wichtiges Instrument für Veränderung in diesem Bereich ist Bildung. Und auch um die ist es nicht gut bestellt. Schulpflicht besteht z.B. nur in der Region um die Hauptstadt Banjul und, da sie schlecht bezahlt werden, fehlt es an guten Lehrern.
Die Probleme im Land könnten sich noch verschärfen, wenn, wie geplant, auch gambische Geflüchtete verstärkt abgeschoben würden. Kann man so der "illegalen" Migration Einhalt gebieten? Die Referenten bezweifeln das.

0
  © 2017 · info(at)ak-asyl-backnang.de · E-MailEmail senden